Ist Single-sein eine Modeerscheinung?
Ein Erklärungsversuch


Die Anzahl der Menschen, die sich freiwillig für ein Leben alleine entscheiden, steigt stetig weiter an.
Schaut man in der historischer Vergangenheit nach, so stellt man sehr rasch fast, dass eine solche Lebensentscheidung zuvor nie wirklich ein gesellschaftliches bekanntes Phänomen gewesen ist. Ein Blick in verhältnismässig ärmeren Gegenden macht hingegen klar: ein Leben alleine zu führen ist selbst heute noch keineswegs selbstverständlich.

Weshalb leben hier also immer mehr Menschen freiwillig alleine?

Ein Leben zu zweit (einem Paar) oder gar in einer Gruppe stellt ganz klar einen Vorteil bei der individuellen Sicherheit dar. In der Vergangenheit waren es existenzielle Gründe, weshalb man sich entschied, zu Zweit (als Ehepaar) durch das Leben zu gehen. Materielle Sicherheiten waren früher überlebenswichtig. Finanzielle Fürsorge gibt es seit vielleicht 100 Jahren..wenn überhaupt.
Noch vor 50 Jahren war eine alleinerziehende Mutter gesellschaftlich ausgestossen und zum scheitern verurteilt!
In der heutigen Generation unfassbar.

Genau umgekehrt verhaltet es sich mit der individuellen Freiheit.
Und das auch in der Liebe und Partnerschaft.

Sehr viele Normen und Gebräuche sind (hier!) mittlerweile abgeschafft. Eigentlich hat man heute die freie Auswahl zur Verfügung.

So betrachtet stellt ein Leben als Single heutzutage die perfekte Lösung dar.
Man kann sich frei aussuchen, ob man sich den "Stress" einer Beziehung sich überhaut antun will, und sucht sich für sich selbst - unter den hunderttausenden vom Möglichkeiten - den besten Partner aus.

So weit die Theorie.
Nun, in der Praxis ist es - wie so oft - leider etwas anders.
Die meisten von uns haben in der Liebe schmerzhafte Erfahrungen gemacht.
Nun ist eine emotionale Verletzung keineswegs so harmlos und unwichtig, wie es heute für selbstverständlich empfunden wird.
Schliesslich hat man heute ja tausende von Optionen...

Der erlebte Schmerz wird deswegen oftmals verneint oder bagatellisiert.
Leider bleiben solche emotionale Wunden im Hintergrund weiter bestehen.
Das Resultat daraus ist, dass man potenzielle Partnerschaften unbewusst torpediert. Man findet tausend Gründe, weshalb man alleine glücklicher ist.

  • Man braucht gar niemand, um glücklich zu sein
  • Alleine ist es einfacher und man hat dann auch viel weniger Stress
  • Man hat eh genug um die Ohren; Freunde, Ausgang..und sonst noch viele weitere interessante Dinge
  • Die Arbeit verlangt so viel ab! Da bleibt gar keine Zeit für einen möglichen Partner
  • Und so weiter...


Obwohl auf den ersten Blick alles logisch und verständlich erscheint, so verstecken sich hinter solchen Aussagen oft gut gehütete Geheimnisse.
Schliesslich soll niemand erfahren, dass man hinter der perfekten Fassade sehr viel Leid und Trauer mit sich trägt.
Das wird dann so gut versteckt, dass sich die jeweilige Person selbst sich seiner unbewältigten Vergangenheit nicht mehr bewusst ist.

Sehr effizient ist hier der Faktor Arbeit/Ausbildung.
Gesellschaftlich angesehen sind heute erfolgreiche Menschen. Egal ob Frau oder Mann; Hauptsache erfolgreich.
Was aber sehr oft geleugnet wird, ist zum Beispiel die Tatsache, dass gesellschaftlich und finanziell sehr erfolgreiche Frauen sehr selten ein ausgefülltes und glückliches Liebesleben erleben.
Denn: so ungern man es auch zugeben will: mit Erfolg/Geld, lässt sich die Liebe nicht kaufen. Allenfalls Sex oder "Zuneigung"!

Ein weiterer Aspekt ist die - speziell bei Männern - sehr stark ausgeprägte Verunsicherung.
Sehr selten wird man einen Mann finden, der den Mut hat, seine eigene Unsicherheit und Angst bezüglich Frauen zugibt.
Im Zweifelsfall sich lieber als einen Experten mit viel Erfahrung ausgeben.. ;-)
Der Hintergrund solcher Ängste sind oftmals die eigenen Vorstellungen. Die Angst, sich vor den Augen anderer bloss zu stellen steckt sehr tief. Eine Erniedrigung, Schmach, welche sich Männer sehr ungern stellen.
Leider ist es auch so, dass sich einige Frauen sich dieser Ängste bewusst sind, und diese bewusst - als Abwehrmechanismus - einsetzen, um sich sehr erfolgreich vor "möglichen Übergriffen" zu schützen.
Heute ein äusserst akzeptiertes soziales Verhalten.
Dass es sich hierbei um eine Abwehrreaktion handelt, bleibt leider verborgen.

Nun, das ist bloss ein kleiner Teil der Antwort, weshalb es heute immer mehr Singles gibt.
Die Wahrheit wird stets tief verborgen liegen. Aber solange man nicht den Mut fasst, sich für einen neuen Lebensabschnitt zu entscheiden, wird sich selten alles von alleine Lösen und aufs mal den perfekten Partner vor sich finden.

Manchmal baucht es auch seine Zeit, bis alte Wunden wieder geheilt sind, und man selber wieder bereit ist, sein Herz zu öffnen. Oftmals können dabei Jahre vergehen, ehe man wieder so weit ist.

Was ich zuletzt als Gedankenanstoss mitgeben möchte:
Habt den Mut, euch euren Gedanken und Gefühlen ehrlich gegenüber zu stellen.
Eure Gefühle haben euch sehr vieles mitzuteilen!
Hört ihnen zu.



Grüsse dich!
Siegfried Panti





Weitere interessante Einträge werden bald folgen.

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